Leadership Management

Lead Self under Pressure – Führung erlebbar machen, bevor sie unter Last bricht.

Worum es geht

Viele Unternehmen haben heute klar definierte Führungsleitbilder – ob in Form von Kompetenzmodellen, Werten oder Leadership Frameworks. Auf dem Papier ist oft gut beschrieben, wie moderne Führung aussehen soll:

  • selbstreflektiert,
  • integer,
  • resilient,
  • kooperations- und lernorientiert.

In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder dieselbe Lücke:

Unter hohem Druck – Zeitstress, Unsicherheit, Erwartungsdruck – setzen sich nicht selten alte Muster durch: Mikromanagement, Tunnelblick, Kontrollverlust.

Neurobiologisch ist das nachvollziehbar:

  • Unter Stress schaltet das Gehirn von präfrontalem Cortex (Reflexion, Werte, Strategie) auf limbische/reaktive Muster (Schutz, Ego, Kurzfristdenken) um.
  • Fachliche Exzellenz bleibt, aber das „Lead Self" – der bewusste Umgang mit dem eigenen Zustand – gerät ins Wanken.

Unser Manager-Training setzt genau dort an:

Wir verlagern Führungstraining aus dem Seminarraum in ein Erfahrungslabor im Waldseilgarten. Dort werden reale Stressoren simuliert (Höhe, Interdependenz, Ressourcenknappheit, Zeitdruck), um Muster sichtbar zu machen und konkrete Werkzeuge zur Selbstregulation und Integrität unter Belastung zu vermitteln.

Für wen dieses Training geeignet ist

Zielgruppen im Unternehmen

  • Führungskräfte (Team-/Abteilungsleitung bis obere Managementebene)
  • Nachwuchsführungskräfte / High Potentials (z.B. Senior Specialists, Projektleiter:innen, Senior Consultants)
  • Projekt- und Bereichsleiter:innen mit hoher Verantwortung und Schnittstellenarbeit
  • Führungsteams, die gemeinsam an Resilienz, Vertrauen und Feedbackkultur arbeiten möchten

Typische Anlässe

  • Vorbereitung von Mitarbeitenden „auf dem Sprung" in eine neue Führungsebene
  • Ergänzung bestehender Leadership-Programme um eine körperlich-emotionale Selbsterfahrung
  • Begleitung von Teams in Change- oder Hochlastphasen
  • Prävention von Burnout, zynischem Führungsverhalten oder „toxischen" Mustern durch frühe Arbeit an Selbstführung

Inhalte & Aufbau

Wir unterscheiden zwischen:

  1. einem kompakten 1 Tages-/6 Stunden-Modul („Leadership Embodiment Lab") und
  2. einem Wochenend-Modul („Leadership Embodiment Weekend") und
  3. dem 2 Wochentraining in Legurien („Leadership Embodiment intense") und
  4. einem optionalen 6 Monats-Transformationsprogramm („Lead Self Mastery").

Oder wir finden das pasende Format für Ihre Bedürfnisse

3.1 Leadership Embodiment Lab – 6 Stunden im Waldseilgarten

Thema: Lead Self – The biological foundation of integrity & performance

Ziel:

  • eigene Stress- und Verhaltensmuster unter Druck sichtbar machen,
  • erste Werkzeuge zur Regulation (v.a. Atmung und Fokus) erleben und in Verbindung mit dem Führungsalltag bringen.

Struktur (Beispiel):

Phase 1 – Diagnostik & Grounding (ca. 2,5 h)

  • Kurzer Input:
    • Die „5 Säulen" als Systemcheck: Atmung, Schlaf, Bewegung, Ernährung, Geist.
    • Botschaft: Ein physiologisch dysreguliertes System (z.B. Schlafmangel, schlechte Ernährung) ist unter Stress schwer führbar.
  • Kooperationsaufgabe(n) am Boden (z.B. „Code Knacker", komplexe Teamaufgabe unter Zeitdruck):
    • Ziel: „Kontrollverlust" und Unübersichtlichkeit erzeugen, um spontane Reaktionsmuster zu sehen:
    • Wer übernimmt Führung?
    • Wer zieht sich zurück?
    • Wer hält Überblick, wer verliert ihn?
  • Kommunikationsübung (z.B. sortieren auf engem Raum mit Einschränkungen: stumm, Augen verbunden, körperlich „handicapped"):
    • Ziel: Kommunikation, Frustrationstoleranz, Umgang mit Einschränkungen sichtbar machen.
  • Reflexion:
    • erste Auswertung: Welche Muster tauchen immer wieder auf?
    • Einführung einer einfachen Atemtechnik („physiologischer Seufzer" oder ähnliche) als „Notbremse" für das Nervensystem.

Fokus: „Was passiert mit mir – nicht mit den anderen – wenn es chaotisch wird?"

Phase 2 – „High-Stakes Lab" in der Höhe (ca. 2,5 h)

Unter „Challenge by Choice" verlassen wir die Komfortzone. Die Höhe verstärkt Prozesse, die am Boden bereits zu sehen waren.

Beispiele:

  • Team Beam / Schwebebalken
    • Eine Person bewegt sich oben, das Team unten sichert, positioniert, kommuniziert.
    • Konflikt: eigenes Sicherheitsbedürfnis vs. Teamaufgabe.
    • Reflexion: Wie gehe ich mit Interdependenz um? Vertraue ich dem Team? Bleibt der Teamfokus erhalten, wenn ich mich unsicher fühle?
  • Himmelsleiter (nur im Team machbar)
    • Physische Aufgabe, die nur durch gegenseitiges Unterstützen gelingt.
    • Konflikt: „Ich muss stark sein" vs. „Ich darf um Hilfe bitten".
    • Transfer: Wie selbstverständlich ist es im Arbeitsalltag, Unterstützung anzunehmen oder anzubieten?
  • Weitere Elemente (z.B. Sprungelemente/Pendelsprünge, je nach Gruppe)
    • Ziel: bewusste Anwendung der gelernten Regulationsmethoden in hoher Aktivierungslage.

Währenddessen wird beobachtet:

  • Wie regulieren Führungskräfte ihren Zustand?
  • Greifen sie zum „alten" Muster (Kontrolle, Rückzug, Übersteuerung) oder nutzen sie neue Tools?
  • Wie wirkt sich individuelles Verhalten auf das Team aus?

Phase 3 – Integration & Transfer (ca. 1 h)

  • Gemeinsamer Rückblick:
    • „Wo habe ich mich wiedererkannt?"
    • „Welche Situationen im Arbeitsalltag fühlen sich ähnlich an?"
  • Verknüpfung mit Ihrem Führungsleitbild (z.B. „Act with Integrity", „Whole Leadership", „Lead Self" o.ä.):
    • „War ich in bestimmten Übungen im Sinne unserer Werte unterwegs – oder im Überlebensmodus?"
  • Individuelle Takeaways:
    • jede Person definiert ein bis zwei konkrete Mikro Routinen (z.B. Atemtechnik, kurzer Körpercheck, klare Pausenregel),
    • zur Anwendung im Alltag, wenn ähnliche Stresskonstellationen auftreten.

3.2 Optional: 6 Monats-Programm „Lead Self Mastery"

Für Unternehmen, die langfristig in Führungssouveränität investieren wollen, kann auf das 1 Tages Modul ein strukturiertes Programm folgen.

Ziel:

  • systematische Optimierung der 5 Säulen (Atmung, Schlaf, Bewegung, Ernährung, Geist),
  • nachhaltige Verhaltensänderungen,
  • vertiefte Resilienz und Selbstführung unter komplexen Bedingungen.

Format (Beispielstruktur):

  • Laufzeit: 6 Monate
  • 1 Intensivtag/Modul pro Monat (teils im Waldseilgarten/Natur, teils kombiniert Indoor/Outdoor)
  • 3 Wochen Integration pro Modul (Alltagsroutinen, optionale Online-Check ins)
  • Abschluss: integrierte Teamchallenge, auf Wunsch mit Outdoor-/Wildniselementen

Module (Kurzüberblick):

  1. Atmung – Nervensystem steuern, statt gesteuert zu werden
  2. Schlaf – Regenerationsbasis für kognitive und emotionale Leistung
  3. Bewegung – Körper als Stressregulator, nicht nur als „Fitnessprojekt"
  4. Ernährung – Energie- und Entzündungsmanagement im Führungsalltag
  5. Geist / Fokus – mentale Hygiene, Achtsamkeit, Medienkompetenz
  6. Integration – persönlicher Langzeitplan, Team-Resilienz, Vorbereitung auf größere Herausforderungen

Wir formulieren bewusst Zielmetriken (z.B. Schlafqualität, subjektives Stressempfinden, etablierte Routinen), ohne fixe Versprechen abzugeben.

Warum dieses Leadership Management sinnvoll ist – wissenschaftliche Einordnung

4.1 Stressphysiologie & Polyvagal-Theorie

  • Unter hohem Druck schaltet das Nervensystem in Alarmzustände (Sympathikus: Kampf/Flucht oder dorsal-vagale Immobilität).
  • Komplexes, werteorientiertes Denken (präfrontaler Cortex) ist in diesen Zuständen stark eingeschränkt.
  • Die Polyvagal-Theorie (Porges) betont: ein Gefühl von Sicherheit, auch in herausfordernden Situationen, ist Voraussetzung für soziale Kooperation und „klare Köpfe".

Im Training:

  • wird dieser Wechsel spürbar (vom „klaren Denken" in Stressmuster),
  • werden konkrete Maßnahmen (v.a. Atemregulation, Körperwahrnehmung, Beziehungsfokus) vermittelt, die helfen, wieder in einen handlungsfähigen, sozial angebundenen Zustand zu kommen.

4.2 System 1 / System 2 (Kahneman) & Entscheidungsfehler

  • „System 1": schnell, intuitiv, emotional – wichtig, aber fehleranfällig (Biases).
  • „System 2": langsam, reflektiert, anstrengend – nötig für komplexe Führungsentscheidungen.

Im Waldseilgarten:

  • treten typische Heuristiken und Biases unter Stress deutlich hervor (z.B. Tunnelblick, Bestätigungsfehler, Übersteuerung).
  • Durch Reflexion und den Einsatz von einfachen Stop Techniken (Atem, kurze Rückfrage an das Team) wird das „Zuschalten" von System 2 trainiert.

4.3 Somatic Markers (Damasio) & Embodiment

  • Entscheidungen werden nicht nur kognitiv getroffen, sondern stark durch körperliche Signale beeinflusst (Herzschlag, Muskeltonus, „Bauchgefühl").
  • Führungskräfte, die ihren Körper weitgehend ausblenden (Büroalltag, kognitive Arbeit), verlieren oft Zugang zu diesen Frühwarnsystemen.

Im Training:

  • werden körperliche Signale (z.B. in Höhe, unter Zeitdruck) bewusst wahrgenommen und benannt,
  • Führungskräfte lernen, diese Marker als zusätzliche Informationsquelle in ihre Selbstführung einzubeziehen.

4.4 Wirkung von Embodiment gegenüber rein kognitivem Training

  • Rein kognitives Training wird nach kurzer Zeit oft vergessen (klassische Vergessenskurve).
  • Körperlich-emotionale Erfahrungen (wie im Hochseilgarten) prägen sich im episodischen Gedächtnis deutlich nachhaltiger ein.

Daher ist ein Tag im „Leadership Embodiment Lab" keine bloße Metapher, sondern schafft greifbare Referenzerlebnisse, auf die später in Coachings, Feedbackgesprächen und Selbstreflexion zurückgegriffen werden kann:

„Weißt du noch, auf der Himmelsleiter – genau da bin ich in mein altes Muster gefallen. Welche Routine setze ich jetzt ein, wenn sich eine Situation ähnlich anfühlt?"

Sicherheit & Haltung

5.1 Physische Sicherheit

  • Betrieb im Waldseilgarten nach DIN EN 15567, ERCA- und DGUV Standards
  • Nutzung geprüfter PSA (eigene Gurte/Helme etc. werden nicht verwendet)
  • ausgebildete Sicherheitstrainer:innen und Retter:innen
  • Wettersicherheitskonzept (z.B. Unterbrechung bei Sturm/Gewitter)

5.2 Psychische Sicherheit

  • Challenge by Choice: niemand muss „gegen seinen Willen" etwas tun; es geht um Bewusstheit, nicht um „Heldenmut".
  • sensible Begleitung in Höhen- und Stresssituationen, keine Beschämung oder Bloßstellung.
  • klare Einbettung in einen Entwicklungsrahmen: Ziel ist Lernen, nicht Bewertung oder „Aussortieren".

Organisatorisches & nächste Schritte

Formate:

  • 6 Stunden- oder 1 Tagesmodul als Baustein im bestehenden Leadership-Programm
  • Erweiterbare 2 Tages- oder Mehrmodulvarianten (z.B. Team-Vertiefung, Follow up)
  • Optionales 6 Monats-Programm für ausgewählte Führungskräfte/High Potentials

Gruppengrößen:

  • ideal: 6–12 Personen pro Gruppe für intensive Beobachtung und Reflexion
  • größere Kohorten können in Teilgruppen arbeiten

Integration in bestehende Programme:

  • Wir klären im Vorgespräch: Ihr Führungsleitbild / Kompetenzmodell,
  • welche Führungsebene adressiert wird,
  • wie der Tag an vorherige und nachfolgende Maßnahmen andockt (z.B. Coaching, Seminare).

Nächste Schritte:

  1. Kontaktaufnahme mit kurzer Beschreibung:
    • Zielgruppe,
    • Ausgangslage,
    • gewünschter zeitlicher Rahmen.
  2. Konzeptgespräch (telefonisch/online) zur Anpassung von Inhalten, Intensität und Sprache an Ihre Unternehmenskultur.
  3. Angebot & Terminplanung, anschließend Durchführung und – auf Wunsch – Auswertungsgespräch mit HR / Programmverantwortlichen.

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